Montag, 29. November 2021

Geistliches Wort für Dezember 2021

Bild: Christiane Raabe in pfarrbriefservice.de

Die wahre Bedeutung der Adventszeit

Liebe Pfarreimitglieder, liebe Schwestern und Brüder im Herrn.

Die Adventszeit steht im Zeichen der Erwartung. Sie dient als Vorwegnahme der Geburt Christi in der Vorweihnachtszeit. Die Adventszeit ist die perfekte Erinnerung für uns, uns auf Jesus zu konzentrieren und daran zu denken, dass unsere irdische Reise nur vorübergehend ist.
Das Wort „Advent“ leitet sich vom lateinischen Wort adventus ab, was „kommen oder ankommen“ bedeutet, was eine Übersetzung des griechischen Wortes parousia ist.
Die Adventszeit konzentriert sich auf die Vorbereitung auf das Kommen Jesu Christi in jeder Hinsicht, von seiner Geburt in der Vergangenheit bis zu seinem zweiten Kommen in der Zukunft als Messias.

Gelehrte glauben, dass der Advent im 4. und 5. Jahrhundert eine Vorbereitungs-zeit für die Taufe neuer Christen am Dreikönigsfest im Januar war, der Feier der Menschwerdung Gottes, dargestellt durch den Besuch der Heiligen Drei Könige beim Jesuskind (Matthäus 2,1), seine Taufe im Jordan durch Johannes den Täufer (Johannes 1,29) und sein erstes Wunder in Kana (Johannes 2,1).
Während dieser Zeit verbrachten Christen 40 Tage mit Buße, Gebet und Fasten, um sich auf diese Feier vorzubereiten.

Der Advent 2021 beginnt am Sonntag, dem 28. November und endet an Heiligabend.
Der Advent symbolisiert die gegenwärtige Situation der Gemeinde in diesen „letzten Tagen“ (Apg 2,17, Hebräer 1,2), während Gottes Volk auf die Wiederkunft Christi in Herrlichkeit wartet, um sein ewiges Reich zu vollenden.

Die Kirche befindet sich in einer ähnlichen Situation wie Israel am Ende des Alten Testaments: im Exil, wartend und hoffend im Gebet auf das Kommen des Messias. Israel blickte zurück auf Gottes gnädiges Handeln in der Vergangenheit, als er das Volk im Exodus aus Ägypten führte. Auf dieser Grundlage rief es Gott erneut dazu auf, zu seinem Wohl zu handeln.

Ebenso blickt die Gemeinde in der Adventszeit auf das Kommen Christi in Herrlichkeit zurück. In dieser Hinsicht entspricht das Adventslied „O komm, o komm, Emmanuel“ genau dem Ruf der Kirche in der Adventszeit:

O komm, o komm, Emmanuel,
befrei dein armes Israel,
in Sünde und Elend weinen wir
und fleh´n und fleh´n hinauf zu dir.
Freu dich! Freu dich, o Israel
Bald kommt, bald kommt Emmanuel.

Während Israel das Lied in Erwartung des ersten Kommens Christi gesungen hat, singt die Kirche jetzt das Lied zum Gedenken an dieses erste Kommen und in Erwartung der Wiederkunft in Herrlichkeit.

Während es schwierig ist, sich inmitten von Feiertagen, Einkaufsmöglichkeiten, Lichtern, Dekorationen und fröhlichen Weihnachtsliedern zu erinnern, soll der Advent eine ähnliche Vorbereitungszeit wie die Fastenzeit sein. Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten, diese Zeit zu gestalten.
Wenn wir über Probleme, Schwierigkeiten und das Böse in der Welt nachdenken, rufen wir zu Gott, um die Dinge richtig zu machen – um die dunklen Schatten des Todes zu vertreiben. Unsere Gefangenheit in der Gegenwart lässt uns auf seine künftige Wiederkunft hoffen.
Unsere eigene Sündhaftigkeit und unser Bedürfnis nach Gnade führen uns dazu, den Heiligen Geist zu bitten, sein Werk zu erneuern, uns dem Bild Christi ähnlich zu machen.

Ein Adventsgebet für das Kommen des Herrn
Diesen Advent, Herr, komm zur Krippe meines Herzens.
Erfülle mich von Anfang an mit deiner Gegenwart.
Während ich mich auf die Feiertage und Geschenke vorbereite,
erinnere mich an das Geschenk, das du gegeben hast, als du deinen Sohn vom Himmel sandtest. Das erste Weihnachtsgeschenk, es war das größte Geschenk aller Zeiten. Er kam als Kind in einer Krippe zur Welt.
Eingepackt wie die Geschenke, die ich unter meinem Baum finde.
Ich warte darauf, geöffnet zu werden, um mir deine Liebe zu offenbaren.
Gib mir das Wunder zurück, das mit der Geburt Jesu kam,
als er die Reichtümer des Himmels verließ und sich in Lumpen hüllte.
Immanuel, Gott mit uns, deine Gegenwart kam in dieser Nacht.
Und Engel verkündeten: "In deine Dunkelheit bringt Gott Sein Licht."
„Fürchtet euch nicht“, sagten sie zu den Hirten auf dem Feld.
Sprich heute zu meinem Herzen, Herr, und hilf mir, nachzugeben.
Mach mich wie diese Hirtenjungen, die deinem Ruf gehorchen.
Wenn ich Ablenkungen und Sorgen beiseite lege, übergebe ich sie alle an Dich.
Umgib mich mit deiner Gegenwart, Herr, ich sehne mich danach, deine Stimme zu hören.
Befreie meinen Kopf von unzähligen Sorgen und dem ganzen Urlaubslärm.
Lass mich Weihnachten langsam erwarten, lass mich nicht in Eile sein.
Inmitten von Partys und Planungen möchte ich deine Stille spüren.
An diesem Weihnachten, Jesus, komm in die Krippe meines Herzens.
Dring in meine Seele wie in Bethlehem ein und bring Frieden in alle Teile.
Verweile in mir und um mich herum, während ich deine Gegenwart jeden Tag erlebe. Halte mich bei dir, Herr. Darum bitte ich durch denselben Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.  
Justin Holcomb


Liebe Pfarreimitglieder Heilige Maria Magdalena,

Im Namen des Pastoral- und Büroteams wünsche ich Ihnen allen im Voraus eine besinnliche Adventszeit, frohe Weihnachten und ein gesundes und erfolgreiches neues Jahr 2022. Seien Sie gesegnet.

P. Damian Ugwuanyi, SMMM