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Montag, 23. August 2021

Grußwort September 2021

E. Grabowski © GemeindebriefDruckerei.de

„Das Kreuz mit dem Kreuz“

Gedanken zum Fest Kreuzerhöhung am 14. September

Liebe Leserinnen und Leser unseres Pfarrbriefes.

Es ist schon ein Kreuz mit dem Kreuz! Wie viele Menschen werden wohl in den zurückliegenden Wochen so oder so ähnlich gedacht und gesprochen haben?!

Auch wenn das Kreuz ein Zeichen ist, das mich tagtäglich begleitet, so kann ich doch auch verstehen, dass andere ihre Probleme damit haben. Und zu Recht. Meine Kirche befindet sich immer noch auf einer abwärtstendierenden Talfahrt. Es beschäftigen uns immer noch Missbrauchsskandale, Kirchenaustritte und die Frage wie es vor Ort in den Pfarreien zukunftsfähig weitergehen kann, wenn man nicht beim Alten stehen bleiben möchte.

Ich möchte nicht erahnen wollen, wie viele Menschen in den zurückliegenden Tagen in den Flutkatastrophengebieten sich auch diese Aussage zu Eigen gemacht haben. Es ist ein Kreuz mit dem Kreuz. Nur verständlich, wenn man die Bilder und Berichterstattungen aus den betroffenen Regionen vor seinem inneren Auge sieht und hört.

Wer den Lebensweg Jesu nicht kennt, wer nie erlebt hat, wie Menschen aus dem Zeichen des Kreuzes Hoffnung schöpfen, der muss sich wohl so ausdrücken:

es ist ein Kreuz mit dem Kreuz.

Die Römer brachten im ersten Jahrhundert vor Christus die Kreuzigung als lange und grausame Art der Tötung nach Palästina. Bei der Kreuzigung sollte die Qual des Sterbenden möglichst lange anhalten, bis der Erstickungstod endlich Erlösung brachte. Die ersten Christen hatten sich anfangs gescheut, den Gekreuzigten zu zeigen. Die ältesten Jesus-Darstellungen zeigen den guten Hirten. Das Erkennungszeichen der ersten Christen war der Fisch. Erst später, als die Kreuzigung nicht mehr als Form der Hinrichtung praktiziert wurde, begann man das Kreuz darzustellen und eine Kreuzestheologie zu entwickeln, die über die bloße Grausamkeit hinausgeht.

Auch ich erlebe das Kreuz immer wieder ganz anders, vor allem am diesjährigen „Fest der Kreuzerhöhung“. In der Liturgie dieses Festes erinnern sich die Christen an den 13. September des Jahres 335, an dem die erste Kirche über dem Grab Jesu in Jerusalem eingeweiht wurde. Kaiser Konstantin hatte sie erreichten lassen. Am Tag darauf wurde in dieser Kirche den Gläubigen erstmals das Kreuzesholz zur Verehrung gezeigt, dass deshalb an diesem Tag gut sichtbar für alle „erhöht“ wurde.

Ich persönlich habe immer wieder neu gespürt und gelernt, was das Kreuz, dieses widersprüchliche Zeichen, für mich und mein Leben bedeutet. Ein modernes geistliches Lied fasst für mich diese Erfahrung so zusammen:

Wirf die Kreuze weg,
sagen alle Leute,
wirf, wirf, wirf sie weg!
Ist kein Sinn in diesen Balken
sind, sind, sind nur Last.
Aber, sagt dein Bruder Jesus,
nur wer nachfolgt und sein Kreuz nimmt,
kann mein Jünger sein. 

Schwimm im Strome mit,
sagen alle Leute,
schwimm, schwimm, schwimm doch mit!
Hat kein‘ Sinn zu widerstehen,
bringt, bringt, bringt nichts ein.
Aber, sagt dein Bruder Jesus,
nur wer nachfolgt und sein Kreuz nimmt,
kann mein Jünger sein. 

Stich die Schwachen aus,
sagen alle Leute,
stich, stich, stich sie aus!
Hat kein‘ Sinn auf sie zu achten,
box, box, box dich hoch!
Aber, sagt dein Bruder Jesus,
nur wer nachfolgt und sein Kreuz nimmt,
kann mein Jünger sein.

„Es ist schon ein Kreuz mit dem Kreuz“.

Ich möchte in diesen Tagen ganz bewusst das Kreuz hochhalten für alle, die ein schweres Kreuz zu ertragen haben, die Menschen, die auch weiterhin mit einem Kreuz konfrontiert sind, ob im Privaten, im Beruf oder in einer Beziehung.
 

Ihr Pfr. Marco Gabriel          

   

Bild: E. Grabowski © GemeindebriefDruckerei.de
In: Pfarrbriefservice.de

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